MUSIKZUG JEVENSTEDT bei myspace:
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...und hier noch mal ein ernstes Thema:

Gefälschte Musikinstrumente

Um was geht's?

Seit einiger Zeit findet man bei eBay, aber auch auf Flohmärkten, Instrumente mit folgender Prägung:

TRADEMARK BOOSEY
BESSONS & CO
LONDON W.C.2
H.75983

Die Instrumente sehen meist alt und leicht angeschlagen aus, der Verkäufer hat sie entweder vom Großvater geerbt, oder auf dem Dachboden gefunden.
Selbst spielen kann er leider nicht, auf eine Funktionsgarantie muss also - zu seinem tiefsten Bedauern - verzichtet werden. Umtausch ausgeschlossen.

Der Haken:

Bei diesen Instrumenten handelt es sich ausnahmslos um billige Fälschungen.

Angeboten werden Alt-Saxophone, Taschentrompeten und Tenorhörner, möglicherweise auch weitere Instrumente.
Sie alle tragen dieselbe Seriennummer (eben oben genannte H.75983) und wurden angeblich vom angesehenen Markenhersteller Bessons gefertigt. Dumm nur, dass es Bessons gar nicht gibt, der Originalhersteller schreibt sich Besson,
hinten ohne „s“. Auf Anfrage konnte Musicgroup (Schwesterunternehmen von Besson) bestätigen, dass es sich um illegale Fälschungen handelt. Zwar würde man regelmäßig auf Angebote bei eBay reagieren, da jedoch der Ursprung der Fälschungen nicht bekannt ist besteht kaum eine Möglichkeit effektiv gegen die Händler vorzugehen. So machen die Instrumente fleißig die Runde und werden meist direkt wieder verkauft (wobei einige Verkäufer schon verdammt dreist vorgehen). Es ist anzunehmen, dass viele Anbieter sich nicht einmal bewusst sind was sie da verkaufen. Die Instrumente sind nicht einmal das Porto wert, geschweige denn die 200 - 350€ für die sie im Allgemeinen verkauft werden. Verarbeitung und Material sind katastrophal. Einzelne Töne waren dem Instrument zwar zu entlocken, darauf eine Tonleiter zu spielen oder gar Musik (in welcher Form auch immer) zu machen ist definitiv ausgeschlossen.

Was tun?

Der Handel mit diesen Instrumenten ist illegal. Man kann also, sollte man auf ein entsprechendes Angebot hereingefallen sein, sein Geld zurückfordern.
Ein solches Instrument weiterzuverkaufen ist dagen eine ziemlich schlechte Idee, nicht nur aus moralischer Sicht, auch juristisch könnte dies einige unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen.

 


 

Tipps für Blechblasinstrumente

Innenreinigung

Die nach wie vor sinnvollste Methode, sein Instrument sauber zu halten, ist das regelmäßige Durchspülen mit Wasser. Dies kann etwa einmal pro Monat geschehen, hängt jedoch vom Grad der Verschmutzung ab. Jeder Bläser sollte sein Instrument von Zeit zu Zeit in Augenschein nehmen und danach selber urteilen, wie nötig eine Reinigung ist.

Das Wasser sollte grundsätzlich warm bis heiß sein, das Instrument wird dadurch nicht beschädigt. [Anm.: Vorsicht! Bei zu heißem Wasser kann es bei luftgetrockneten Lacken (Bach-Instrumente) oder bei schlechten Lackqualitäten vorkommen, dass sich der Lack ablöst! MK] Bei zu heißem Wasser wird allerdings das Festhalten des Instruments zum Problem, da das relativ dünnwandige Messing die Wärme schnell und gut leitet. Es empfiehlt sich, das Instrument mit einem Handtuch oder Handschuh zu halten, und zwar so, dass die Ventile gedrückt sind und der Schallbecher nach oben zeigt. So kann man am besten Wasser durch das gesamte Rohr laufen lassen und sicher sein, dass jeder kleine Winkel erreicht wird. Jedes normale Geschirrspülmittel ist zur Innenreinigung geeignet und richtet keine Schäden an.

Nachdem alles Wasser wieder entfernt ist, müssen die Züge herausgezogen, trockengewischt und neu gefettet werden. Zum Trocknen eignet sich ein sauberer Baumwoll-Lappen.

Mechanische Innenreinigung

Die mechanische Innenreinigung von Rohren und Ventilbuchsen (Perinet-Ventile) geht am besten mit einem Rundholz, um den ein Streifen eines Baumwoll-Lappens gewickelt ist. Bei besonders gründlicher Reinigung kann auch bedenkenlos zusätzlich Reinigungsbenzin verwendet werden. Die Bogen am Instrument sollte man bei der Gelegenheit mit einer Spiralbürste reinigen. Das ist eine mit Kunststoff umwickelte Spirale, die an beiden Enden mit einer kleinen Bürste versehen ist.

Eine gute Alternative zur Spiralbürste ist eine reißfeste Schnur, die an einem Ende mit einer Schlaufe einen Lappen versehen wird, und am anderen Ende mit zwei Kugeln als Gewicht. Solche Kugeln sind allerdings im Musikalienhandel nicht käuflich zu erwerben. Vielleicht kann hier der Modellbau-Fachhandel weiterhelfen. Bei Verwendung einer solchen Reinigungsschnur sollte man Stück für Stück testen, wie dick der Lappen sein darf, der durch das Rohr gezogen werden soll. Größte Vorsicht ist bei konischen Rohren geboten. Auch sollte man sich nicht darauf verlassen, dass alle Rohre am Instrument den selben Innendurchmesser haben. Sowohl die Reinigungsschnur als auch die Spiralbürste dürfen nicht durch eingebaute Ventile gezogen werden, da die Gefahr besteht, dass Schmutz ins Ventil gelangt, der dann dessen Laufen hindert. Im Handel gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Gerätschaften und Sets zur Innenreinigung, die sich jedoch als unterschiedlich geeignet herausgestellt haben. Hier gilt: gut beraten lassen, ausprobieren und selbst urteilen.

Wer neben oben beschriebener Pflege sein Instrument etwa einmal pro Jahr zur Reinigung in eine Fachwerkstatt gibt, kann sicher sein, dass es eine lange Lebensdauer erreicht und immer problemlos funktioniert.

Für Posaunenzüge gilt, dass sie viel öfter als einmal monatlich gesäubert werden müssen, wenn sie gut funktionieren sollen. Unverzichtbar für jeden Posaunisten ist die Auswischstange, die an einem Ende mit einer Öse versehen ist, in die man einen Lappen einfädeln kann. Der Lappen sollte stramm in das Zugrohr gehen, darf aber auf keinen Fall zu lang sein, da er sonst beim Zurückziehen staucht und steckenbleibt.


Außenreinigung

Lackierte Instrumente

Die meisten Instrumente sind heute lackiert. Der Lack wird sehr dünn aufgetragen und in den meisten Fällen beim Trocknen erwärmt. Das ist die "Einbrennlackierung". Durch dieses Verfahren erhält der Lack mehr Härte und ist haltbarer. Trotzdem dient der Lack nur als Schutz vor äußerer Oxydation. Er wird also nur aus optischen Gründen benutzt und hat sonst keine Schutzfunktion. Bereits kleine Stöße führen zu Lackschäden, die nach kurzer Zeit sichtbar werden. Die meisten Lacke sind heute so haltbar, dass ihnen Staub und Wasserflecken nichts anhaben können. Handschweiß hingegen kann Lack unter Umständen angreifen. Es empfiehlt sich, nach jedem Spielen das Instrument mit einem weichen Tuch abzuwischen. Darüber hinaus kann der Lack von Zeit zu Zeit mit einem speziellen Lackpflegemittel behandelt werden. So verschwinden auch Wasserflecken, und der Lack erhält wieder einen schönen Hochglanz.

Versilberte Instrumente

Versilberte Instrumente sind mit einer sehr dünnen Silberschicht überzogen. Da Silber relativ weich ist, besteht aber die Gefahr, dass beim Polieren kleine Kratzer auf der Oberfläche entstehen. Um das zu vermeiden, sollte man unbedingt sehr weiche und saubere Lappen benutzen (z.B. Silberputztuch oder Baumwolltuch mit etwas Silberputzmittel). Es ist ratsam, immer in Längsrichtung zu polieren, da man so eine bessere Oberfläche erzielt.

Unbeschichtete Instrumente

Diese Instrumente haben die Eigenschaft, dass sie relativ schnell anlaufen. Das hat zwar auch seinen optischen Reiz, da die meisten Blechbläser aber "blankes" Blech lieber mögen, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder wird das Instrument nachträglich lackiert, oder man muss es regelmäßig putzen. Zum Putzen sollten auf jeden Fall nur spezielle Metallpolituren (Wenol, Unipol o.ä.) Verwendung finden. Bewährt hat sich auch die Putzwatte „NevR-Dull“, gibt es auch im Auto- oder Motorradzubehörhandel. Schärfere Mittel oder Hilfsmittel können die Oberfläche angreifen oder zerkratzen. Dann ist zwar der Schmutz entfernt, aber auch der Glanz. Ist ein Instrument schon sehr lange nicht mehr geputzt worden und von Hand nicht mehr zu säubern (z. B. braune Flecken am Schallbecher), sollte man es einmal vom Fachmann auf Hochglanz polieren lassen und dann selbst regelmäßig nachpolieren. Die erwähnten braunen Flecken entstehen, wo Wassertropfen trocknen. Gelingt es, das Instrument von außen immer trocken zu halten, hat man es beim Putzen leichter.


Drehventile, Druckwerke, Mechanik

Drehventile, auch Zylinderventile genannt, befinden sich in Konzerttrompeten, Waldhörnern, Tenorhörnern, Tuben oder als Quartventil in Posaunen. Allen Drehventilen ist gemeinsam, dass sie mit Hilfe eines Hebels um ihre eigene Achse gedreht werden. Hierbei handelt es sich im Normalfall um eine Viertel-Drehung. Durch das Betätigen eines Ventils wird der Luftstrom im Instrument umgeleitet, wodurch sich die Rohrlänge verändert. Das Ventil und der Hebel sind mit einer Schubstange oder einer Schnur miteinander verbunden. Handelt es sich um ein einzelnes Ventil, so bezeichnet man den Hebel mit der Schubstange als Mechanik. Bei mehreren Ventilen heißt die komplette Mechanik auch Druckwerk. Mit Ausnahme der Schnüre an Schnurmechaniken müssen alle sich bewegenden Teile von Zeit zu Zeit geölt bzw. gefettet werden. Aber welche Schmiermittel gehören wohin?

Das Ventil

Alle Drehventile sind jeweils am oberen und am unteren Ende ihrer eigenen Achse gelagert. Diese Enden bezeichnet man als Zapfen. Zwischen beiden Zapfen befindet sich der Wechsel, der mit zwei Fräsungen für das Umleiten der Luft zuständig ist. Im Normalfall ist es ausreichend, beide Zapfen in einem Intervall von etwa sechs bis zwölf Wochen zu ölen (je nach Art der Ventile und der Häufigkeit der Benutzung). An beide Zapfen gibt man etwa zwei bis drei Tropfen Öl, welches sich dann zwischen Lagerdeckel und Zapfen gleichmäßig verteilt. Dies sorgt für geräuschloses Funktionieren und geringe Abnutzung.

Achsöl

Das geeignete Öl hierfür bekommt man im Fachhandel unter der Bezeichnung "Achsöl" oder "Rotor-Spindel-Öl". Es handelt sich dabei um säurefreies Paraffinöl.

Der Wechsel eines Drehventils muss im Normalfall nicht geölt wer den. Sollte sich das Ventil aber nur sehr träge bewegen, haken oder kratzen, kann man dünnflüssiges Öl - welches für Perinét-Ventile (Pumpventile) verwendet wird - an den Wechsel geben. Hierzu zieht man den entsprechenden Ventilbogen oder Stimmzug heraus und gibt einige Tropfen Öl durch den Zug direkt an das Ventil. Das Ölen des Wechsels mit dünnflüssigem Öl ist allerdings nur als Notbehelf zu verstehen, denn einerseits funktioniert diese Methode nicht immer und andererseits besteht die Gefahr, dass durch das Öl Schmutz an das Ventil gelangt und es dann erst recht hakt. Auf keinen Fall darf man oben erwähntes Achsöl an den Wechsel geben. Dieses Öl ist zu dickflüssig und die Ventile lassen sich dann nur noch sehr langsam bewegen.

Druckwerke und Mechaniken

Druckventile unterscheidet man in Spiralfederdruckwerke und Trommeldruckwerke. Spiraldruckwerke sind jene, bei denen die Federn sichtbar sind. Bei den Trommeldruckwerken befindet sich eine Feder in der Trommel. Bei beiden Systemen sind die Drücker auf einer Achse gelagert, die von Zeit zu Zeit geölt werden sollte. Hierfür benutzt man das gleiche Achsöl, das auch an den Ventilzapfen Verwendung findet Zum Ölen eines Druckwerkes muss dieses nicht zerlegt werden. Das von außen auf die sich bewegenden Teile gegebene Öl verteilt sich all dorthin, wo es gebraucht wird.

Kreuzgelenke

In gleicher Weise sind auch die Kreuzgelenke zu ölen. Kreuzgelenke sind die Verbindungen von Drückerhebel und Schubstange. Die Schubstange kann auf verschiedene Weise mit dem "Ventilflügel" verbunden sein, je nach Alter des Instrumentes und Herstellungsort. Bei älteren Instrumenten befindet sich hier eine genau eingepasste, konische Stahlschraube. Die Stahlschraube muss von Zeit zu Zeit mit Achsöl geölt werden. Wenn das Ölen dieser Verbindung vernachlässigt wird, schlägt das Gelenk mit der Zeit aus und es kommt zu lauten Klappergeräuschen.

Im modernen Instrumentenbau werden vornehmlich zwei verschiedene Arten von Kugelgelenken verwendet. Die meisten hochwertigen Instrumente haben heute Kugelgelenke, bei denen die Kugel in eine Schale gepresst ist (z. B. Unibal-Gelenke). Das komplette Gelenk ist auf die Schubstange aufgeschraubt und kann bei Beschädigung einfach ausgewechselt werden. Diese Gelenke sind sehr robust und benötigen nur gelegentlich einen Tropfen Achsöl.

Kugelgelenkmechaniken

Die Markneukirchener und Graslitzer Variante der Kugelgelenkmechanik erkennt man daran, dass die Kugel nicht sichtbar ist. Sie befindet sich in einer geschlossenen Kapsel und wird mit einer kleinen Stellschraube justiert. In Sachen Pflege weist dieses Mechaniksystem eine Besonderheit auf, weil an diese Kugel kein Öl gehört. Sie werden mit Stimmzugfett gefettet. Öl an diesen Gelenken würde dazu führen, dass das Fett verdünnt wird und es so zum Klappern kommt. Darum reicht es in der Regel, diese Gelenke von Zeit zu Zeit neu einzustellen. Hierzu nimmt man einen Schraubendreher und stellt die Justierschraube mit einer leichten Rechtsbewegung nach. Dreht man zu weit, ist die Mechanik fest, was durch eine Linksdrehung wieder zu beheben ist. Ist die optimale Stellung gefunden und trotzdem das Klappern nicht beseitigt, kann man die Justierschraube ganz herausdrehen, mit dem Schraubendreher etwas Fett in die Kapsel geben und alles wieder zusammenbauen. Bei dieser Arbeit ist jedoch größte Vorsicht geboten, da der Drücker durch die Federspannung zurückschnellen kann.

Auch Quartventilmechaniken an Posaunen der Marke Bach werden gefettet und nicht geölt. Sie funktionieren im Prinzip so wie Mechaniken an Markneukirchener und tschechischen Instrumenten.

Als Faustregel kann man sich merken, dass an Zylinderventilen und den dazugehörigen Mechaniken alle sich bewegenden Teile mit Achsöl geölt werden. Die Ausnahme bilden alle Kugelgelenkmechaniken, bei denen die Kugel nicht sichtbar ist.


Perinét-Ventile ("Pumpventile")

Name und Wirkung

Perinét-Ventile sind benannt nach ihrem Erfinder, dem Franzosen Etienne Perinét, und haben sich seit ihrer Erfindung im Jahre 1839 in ihrer Funktion nicht verändert. Durch Verschieben des Kolbens wird die Luft durch andere Durchgänge geleitet, wodurch ein Bogen mit einer bestimmten Rohrlänge hinzugeschaltet wird. Wegen ihrer Arbeitsweise werden Perinet-Ventile auch Schiebe- bzw. Pumpventile genannt. Eine Feder schiebt den Kolben nach dem Betätigen wieder in die Ausgangsposition zurück. Es handelt sich dabei um eine Spiralfeder, die sich bei den meisten Ventilen oberhalb des Ventilwechsels befindet, in einigen Fällen aber auch unter dem Ventil in der Ventilbuchse liegt. Funktionsstörungen an Perinét-Ventilen haben fast nie mit der Feder zu tun. Das Ausbauen einer Feder, um die Federspannung durch Auseinanderziehen der Feder zu vergrößern, ist also nicht nötig.

Das heute am häufigsten verwendete Material für Perinet-Ventile ist Monel. Monel ist eine spezielle Legierung, die sehr gute Gleiteigenschaften in Verbindung mit Messing aufweist. Einige Hersteller verwenden statt Monel auch Edelstahl. Nur bei alten oder qualitativ minderwertigen Instrumenten sieht man noch Ventile aus Neusilber, die zuweilen mit Nickel oder Chrom beschichtet sind. Grundsätzlich kann man sagen: Je teurer ein Instrument ist, desto besser funktionieren die Ventile. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Ölen

Alle Perinét-Ventile haben gemeinsam, dass sie viel mehr Öl benötigen als Drehventile, denn bei diesem Ventilsystem wird die ganze Lauffläche geölt, dagegen bei Drehventilen nur die Lauflager. Das Ölen eines Perinet-Ventils kann auf drei Arten erfolgen: Die schnelle Methode ist die, dass man durch das Loch des unteren Schraubdeckels Öl an das Ventil gibt. Man braucht es so nicht auszubauen und ist schnell fertig. Allerdings ist man nie ganz sicher, wieviel Öl tatsächlich die Lauffläche erreicht hat. Die zweite Methode ist das Ölen durch den Ventilzug. Hierzu zieht man den entsprechenden Zug her aus und gibt das Öl durch den Außenzug an das Ventil. (Der Vorteil nebenbei ist, dass man immer weiß, ob noch alle Ventilzüge funktionieren.) Leider kann so Stimmzugfett oder Schmutz an das Ventil gelangen. Die dritte und allgemein übliche Methode, ein Perinet-Ventil zu ölen, ist die, dass man den oberen Schraubdeckel löst, das Ventil etwas herauszieht, ölt und mit einer vorsichtigen Drehbewegung wieder heruntergleiten läßt, bis es eingerastet ist.

Wie häufig soll man Perinet-Ventile ölen?

Am besten vor jedem Spielen, mindestens aber einmal pro Woche. Zuviel Öl schadet nicht!
Auch wenn oft Gegenteiliges behauptet wird!

Abschließend stellt sich noch die Frage nach dem geeigneten Öl. Es lohnt sich, Öle der mittleren oder oberen Preislage zu kaufen. Da es zuweilen auch zu Unverträglichkeiten mit Speichelrückständen kommt, sollten bei schlecht laufenden Ventilen verschiedene Öle ausprobiert werden. Wenn die Ventile trotzdem nicht einwandfrei funktionieren, sollte man das Instrument in eine Fachwerkstatt bringen.


Posaunenzüge

Ein Posaunenzug besteht aus vier Präzisionsrohren, die im richtigen Abstand genau parallel zueinander stehen. Innen- und Außenzug müssen mit so wenig Toleranz ineinander passen, dass beim Spielen keine Luft entweicht.

Es sollte sich von selbst verstehen, dass man einen Posaunenzug "wie ein rohes Ei" behandelt. Erst recht, wenn man weiß, dass die Wandstärke eines modernen Posaunenzuges gerade 0,25 mm oder weniger beträgt. Ein so dünnes Rohr ist widerstandsfähiger, wenn es gleichzeitig sehr hart ist. Diese nötige Härte wird erreicht, indem man ein Rohr mit 0,5 mm Wandstärke auf einer Ziehbank durch einen Stahlring zieht, dessen Innendurchmesser genau 0,5 mm weniger beträgt als der Außendurchmesser des Rohres. Der Innendurchmesser des Rohres bleibt erhalten, da sich während des Ziehvorgangs eine genau passende Stahlstange im Rohr befindet. Nun wird durch das Ziehen die Wandstärke des Rohres um die Hälfte verringert; es wird dadurch doppelt so lang, behält aber sein bisheriges Gewicht und ist durch die starke Umformung sehr hart geworden. Man kann sich leicht vorstellen, dass ein so dünnwandiges Rohr trotz der gewonnenen Härte anfällig ist für Beulen.

Pflege

Es ist naheliegend, dass nicht nur Verformungen, sondern auch Ablagerungen und Schmutz die Laufeigenschaft eines Posaunenzuges sehr beeinträchtigen können. Deshalb ist der es sehr wichtig, einen Posaunenzug immer sauber zu halten. Mindestens einmal im Monat sollte man ihn einer gründlichen Reinigung unterziehen.

Zum Reinigen benötigt man eine Zugauswischstange, einen sauberen Wischlappen (am besten Baumwolle, altes Bettlaken o.ä.) und gegebenenfalls etwas Reinigungsbenzin (Haushaltsbenzin). Den Lappen zerreißt man zunächst in kleine, rechteckige oder quadratische Stücke (ca. 10 x 12 cm) und fädelt diese in die Öse der Auswischstange ein. Die Größe der Lappen hängt von der Dicke des Stoffes und vom Durchmesser des Rohres ab. Man sollte keine zu großen Streifen verwenden, da diese beim Herausziehen der Stange im Rohr gestaucht werden und unter Umständen steckenbleiben. Vorsicht, dies tritt besonders beim Innenzug (Mundstückseite) wegen der Verjüngung im Mundrohr auf.

Damit sich der Zug beim Reinigen nicht verbiegt, ist darauf zu achten, daß man immer das Rohr festhält, welches man gerade auswischt. Den Bogen am unteren Ende des Außenzuges kann man mit einer Spiralbürste oder anderen im Fachhandel erhältlichen Reinigungsgeräten reinigen. Zum Abschluss muss der Außenzug gut mit Wasser durchgespült werden.

Fetten

Sind beide Zugteile gut gesäubert, wird der Zug neu gefettet. Dazu eignen sich spezielle Zugfette oder -emulsionen. Etwa die Hälfte einer Erbsengröße (bei Fett) oder wenige Tropfen sind genug, um eine Zugseite zu schmieren.

Zuletzt sollte man mittels einer Sprühflasche Wasser an den Innenzug sprühen. Das Wasser lässt den Außenzug auf der hauchdünnen Fettschicht des Innenzuges gleiten. Es empfiehlt sich, immer eine Sprühflasche mit Wasser dabei zu haben, da sich das Wasser schneller verbraucht als das Fett.


Behebung kleinerer Schäden

Wasserklappenkorken und Gummianschläge

Ein häufiges Problem sind undichte oder fehlende Wasserklappenkorken. Diese Korken sind beim Instrumentenbauer erhältlich und bei Bedarf selbst einzubauen. Meistens müssen die Korken noch mit einem scharfen Messer zurechtgeschnitten werden, dann können sie problemlos mit Klebstoff (z. B. Pattex) in die Wasserklappe geklebt werden, ohne diese ausbauen zu müssen. Übergangsweise kann man sich mit Klebeband helfen, indem man das Wasserklappenloch einfach zuklebt.

Gummianschläge für Drehventilmechaniken sind ebenfalls beim Instrumentenbauer erhältlich. Es handelt sich dabei um Silikonschnüre in verschiedenen Durchmessern. Diese werden mit Hilfe eines Schraubendrehers in die Halterung gedrückt und dann abgeschnitten. Beim Einbau sollte die Schnur möglichst nicht beschädigt werden. Nachdem man neue Gummipolster eingebaut hat, ist es wichtig, den unteren Schraubdeckel des entsprechenden Ventils zu lösen, um zu kontrollieren, ob die Zeichen am Ventil mit denen am unteren Lagerdeckel übereinstimmen. Ist das nicht der Fall, muss man die Gummis entsprechend abschneiden bzw. größere einbauen, da das Ventil sonst nicht richtig öffnet und schließt.

Federn, Lötstellen, Beulen

Eine gebrochene Druckventil- oder Wasserklappenfeder auszutauschen, erfordert etwas mehr Geschick. Bei der Vielfalt verschiedener Federn ist es nicht lohnend, sich ein Sortiment zuzulegen. Bei gebrochenen Federn kann man sich gut mit Gummibändern helfen. Diese und Klebeband sind ebenfalls nützliche Helfer bei gebrochenen Lötstellen. Das Löten am Instrument sollte man aber grundsätzlich dem Fachmann überlassen, ebenso das Ausbeulen. Unfachmännisches Ausbeulen bleibt immer sichtbar, auch wenn es vom Instrumentenbauer nachgebessert wird.

Festsitzende Züge

Ist ein Ventil- oder Stimmzug nicht mehr von Hand zu lösen, liegt das immer an mangelnder Pflege. Sitzt der Zug noch nicht allzu lange fest, kann man ihn mit etwas Glück wieder lösen. Hierzu benötigt man einen kleinen Hammer, ein möglichst genau in die Rundung des Bogens passendes Rundholz und einen Lappen als Polster. Das Rundholz wird in die Rundung des Bogens gelegt und mit reichlich Lappen zwischen Holz und Bogen gepolstert. Man nimmt das Instrument auf den Schoß und schlägt zunächst nicht zu stark mit dem Hammer gegen das Rundholz; bei Bedarf kann dieser Vorgang mit einem festeren Schlag wiederholt werden. Dieses ist für das Instrument nicht ganz ungefährlich. Ein zu starker Schlag kann zur Folge haben, dass der Bogen zerstört wird, eine Stütze oder Lötstelle bricht oder das Instrument sich verzieht. Außerdem ist darauf zu achten, dass im Falle eines Erfolges das Rundholz nicht an anderer Stelle des Instrumentes eine Beule verursacht.

Festsitzende Mundstücke

Zum Lösen von Mundstücken gibt es einen speziellen Mundstückabzieher - auf keinen Fall eine Wasserrohrzange benutzen (Die Benutzung dieses Werkzeuges hat ein beschädigtes Mundstück und ein zerbrochenes Instrument zur Folge). Der Mundstückabzieher passt auf alle Mundstücke und ist einfach zu bedienen. Eine Anschaffung ist lohnend, wenn kein Instrumentenbauer in der Nähe ist, der das Lösen von Mundstücken in der Regel sofort und kostenlos erledigt.


Wertvolle Antiquitäten oder Schrott?

In etlichen Orchestern existieren Instrumente, die 30-40 Jahre oder noch älter sind. Ob es sich hier um wertvolle "Altertümer" handelt, kann nur durch Begutachtung durch den Fachmann festgestellt werden. Meistens wurden Instrumente mittlerer Standardqualität angeschafft, daran hat sich bis heute wenig geändert. Diese Instrumente sind durchaus brauchbar, aber nicht hochwertig. Berücksichtigt man zudem die Weiterentwicklung im Metallblasinstrumentenbau der letzten Jahrzehnte, gibt es objektiv gesehen keinen Grund, alte Instrumente aufzubewahren oder gar reparieren zu lassen. Vergleichbare moderne Instrumente sind in der Regel immer besser als alte. Trotzdem sollte man von Fall zu Fall abwägen, ob eine Reparatur lohnt oder nicht. Wenn z. B. ein Bläser mit seinem Instrument eine persönliche Geschichte verbindet, macht das dies Instrument objektiv natürlich nicht besser, aber der Bläser fühlt sich wohl und ist vielleicht mit einem neuen, besseren Instrument nicht glücklicher. Das gleiche alte Instrument kann andererseits für einen Jungbläser zur Qual werden, und er wäre mit einem modernen auf jeden Fall besser bedient.

Vor der Überholung eines alten Instrumentes sollte es mit einem modernen auf seine musikalischen Eigenschaften verglichen werden, d. h. wie leicht spricht es in den verschiedenen Lagen an, wie klingt es, wie ist die Stimmung in sich. Kommt man dabei zu einem positiven Ergebnis, spielt das äußere Erscheinungsbild des Instrumentes nur eine untergeordnete Rolle. Fällt das Ergebnis negativ aus, nützt es nichts, wenn das Instrument optisch noch sehr gut ist. Es empfiehlt sich immer, einen oder mehrere Instrumentenbauer nach ihrer Meinung zu fragen. Ein Fachmann kann oft anhand von Details das Alter und die musikalischen Eigenschaften erkennen, auch wenn das Instrument nicht spielbar ist.

Ist der Kauf eines teuren Instrumentes lohnenswert?

Weltweit ist der Markt der Amateurmusiker für die großen Instrumentenhersteller der interessanteste, da hier die größten Stückzahlen umgesetzt werden. Das hatte in den letzten Jahrzehnten zur Folge, dass gerade die sog. Schülerinstrumente der mittleren Preisklasse stark verbessert wurden. Das heißt, dass (brauchbare) Trompeten und Posaunen ab 600 Euro, und Quartposaunen sowie Tenorhörner ab 1000 Euro auch für Amateurorchester sehr zu empfehlen sind. Diese Instrumente zeichnen sich dadurch aus, dass sie in den gebräuchlichen Lagen sehr leicht ansprechen und durchweg gut stimmen. Desweiteren sind sie leicht bedienbar und gut verarbeitet. Das soll jedoch kein Plädoyer gegen hochwertige Instrumente sein. Jeder, der einmal ein teures Instrument gespielt hat, weiß, dass das etwas Besonderes ist. Wer sich z. B. privat ein Instrument anschaffen möchte, sollte den Kauf auf keinen Fall vom Preis abhängig machen. Wer ein Instrument findet, das ihm auf Anhieb sympathisch ist, wird damit auch besser zurechtkommen als mit einem Instrument "von der Stange". Dann beginnt das Musizieren, interessant zu werden und noch mehr Spaß zu machen.

Ein guter Rat zuletzt

Immer mehr Musiker kaufen blindlinks im Internet bei ebay z.B. anscheinend gute, neue Instrumente zu Spottpreisen und wundern sich, wenn diese Instrumente dann nichts taugen. Es handelt sich ausnahmslos um Billigschrott aus indischen oder chinesischen Garagenwerkstätten, der dann im Netz als „Profiinstrument“ oder „besonders hochwertig“ angeboten wird. FINGER WEG!! Ein Instrument MUSS man anspielen, am besten für eine Woche mit nach Hause nehmen und testen können. Der Weg zum Instrumentenfachhändler ist das einzig Vernünftige. Hier bekommt man Beratung und Fachwissen mit auf den Weg und eine Garantie und Service obendrein.

Und wenn schon online kaufen, dann bitte nur bei Fachhändlern, die eine Garantie auf die angebotene Ware geben können.
Wer billig kauft, kauft zweimal...

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